Deutsche Unternehmen haben sich in Griechenland vor allem im im Einzelhandel engagiert und sind auch am Bereich erneuerbare Energien interessiert. Dort sowie bei Umwelt- und Abfalltechnologien bestehen interessante Chancen für deutsche Investoren und Anbieter. Griechische Unternehmen (vor allem Banken, Telekommunikationsbranche) haben in den letzten Jahren verstärkt in den Ländern des Balkans und in der Türkei investiert.

Deutschland ist neben Italien wichtigster Handelspartner mit Ausfuhren nach Griechenland im Wert von 6,5 Mrd. Euro Euro und Einfuhren aus Griechenland im Wert von 1,8 Mrd. Euro(2009). Der negativen Handelsbilanz steht eine positive Dienstleistungsbilanz gegenüber, die vor allem auf auf die Einnahmen aus dem Tourismus zurückzuführen ist. 2008 besuchten rund 17,5 Millionen Touristen Griechenland, darunter 2,4 Mio aus Deutschland.

Griechenland bemüht sich vor dem Hintergrund steigenden Energiebedarfs bei gestiegenen Preisenkünftig eine wichtige Rolle als regionale "Drehscheibe" der Versorgung mit Energie und Energierohstoffen zu spielen. Dies soll neben der Schaffung der Südost-Europa-Energiegemeinschaft insbesondere dem Netzausbau (Strom, Gas, Erdöl) in Richtung der Nachbarländer dienen.

Finanzkrise

Das am 06. Mai 2010 vom griechischen Parlament verabschiedete, mit dem Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (sog. Troika) ausgehandelte Reformpaket sieht neben kurzfristig wirkenden Sparmaßnahmen (Gehaltskürzungen im öffentlichen Sektor) und Steuererhöhungen tiefe Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme und mittelfristig angelegte Arbeitsmarktreformen vor. Zwischenüberprüfungen durch die Troika Mitte Juni und August haben ergeben, dass das Land insgesamt die Vorgaben des Massnahmenpakets erfüllt hat.

Eine erste Rate von 20 Mrd. Euro im Rahmen des Unterstützungspaketes der Eurozone und des Währungsfonds (bis 2013 insgesamt 110 Mrd. Euro, davon 80 Mrd. durch die EU, deutscher Anteil: 22 Mrd.) wurde am 19. Mai ausgezahlt. Weitere 9 Mrd. Euro sind im September 2010 überwiesen worden.

Mit ihren Reformmaßnahmen will die griechische Regierung bis Ende 2013 rund 30 Milliarden Euro einsparen und damit bis 2014 ein Maastricht-konformes Budgetdefizit (unter 3 %) erreichen. Der IWF schätzt, dass die derzeitige Arbeitslosenquote von knapp 12 % in den nächsten Jahren beträchtlich ansteigen wird (bis über 15 %) und das BIP in 2010/ 2011 um 4 bzw. 2,6 % sinken wird. 

Das Referat für Wirtschaft

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Das Referat für Wirtschaft, Forschung und Technologie umfasst die Sachgebiete Wirtschaftspolitik, Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Handel, Währungs- und Steuerfragen, Umwelt, Landwirtschaft, Tourismus, Verkehr, Forschung, Technologie und Kommunikation.

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