Bundeskanzlerin Merkel hat angemahnt, Griechenland in der Flüchtlingskrise nicht allein zu lassen. Griechenland und Deutschland setzten sich für eine faire Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU ein, so Merkel beim Besuch von Ministerpräsident Tsipras in Berlin.

Beim Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras wirbt Kanzlerin Merkel für eine faire Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU.
(© Bundesregierung/Bergmann)
Griechenland stehe vor "riesigen Herausforderungen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Gespräch mit Ministerpräsident Alexis Tsipras im Kanzleramt. Griechenland und Deutschland würden deshalb auch für eine faire Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU werben. Griechenland könne hier nicht allein gelassen werden, so Merkel.

Die Kanzlerin hob weiter hervor, dass eine sehr enge Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem EU-Türkei-Abkommen bestehe. Hier liefen die Prozeduren noch nicht so schnell, wie man sich das wünschen würde. Auch über den Nato-Einsatz in der Ägäis werde man sich im anschließenden Gespräch austauschen. Der Einsatz sei ein wichtiges Element, um den Schleppern deutlich zu machen, dass man Illegalität bekämpfe, erklärte Merkel.

Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und dem Ministerpräsidenten der Hellenischen Republik, Alexis Tsipras

Enge Zusammenarbeit

Die Kanzlerin betonte, dass Deutschland und Griechenland gute und enge Beziehungen verbänden und eine breite Kooperation pflegten.

Wirtschaftsbeziehungen: Deutsche Unternehmen sind in Griechenland vor allem in Einzelhandel-, Pharmaindustrie- und Infrastrukturprojekten engagiert. Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro Griechenlands wichtigster Handelspartner (2015). Deutsche Unternehmen zählen zu den wichtigsten ausländischen Investoren. Die Deutsche Telekom besitzt einen 40-prozentigen Anteil am halbstaatlichen griechischen Telekommunikationskonzern OTE.

Merkel mahnt, Griechenland in der Flüchtlingskrise nicht allein zu lassen. Auch über den Nato-Einsatz in der Ägäis tauscht man sich aus.
(© Bundesregierung/Bergmann)
So hätten die Außenminister beider Länder am 4. Dezember den Deutsch-Griechischen Aktionsplan unterzeichnet. Dieser sieht eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vor und zeigt die ganze Breite der Kooperation beider Länder. Auch hob die Kanzlerin die bestehenden Kontakte zwischen den kommunalen Ebenen hervor.

Man wolle die Zusammenarbeit ausweiten. Griechenland gehe durch keine einfache Phase und hier wolle man "bilateral so hilfreich wie möglich sein", sagte die Kanzlerin.

Ausbau der deutsch-griechischen Freundschaft

Reformprozess: Deutschland unterstützt den Reformprozess in Griechenland auch im europäischen Rahmen. Deutsche Experten waren bislang vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen, Reform der Lokalverwaltung und Erneuerbare Energien und Energieeffizienz tätig und sollen künftig auch bei der Exportförderung helfen. Aktuell unterstützen deutsche Experten die griechische Regierung vor allem auch im Asylverfahrensbereich, bei der Koordinierung der Flüchtlingshilfe und bei der Bekämpfung der Schlepperkriminalität.

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